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Gymi-Prüfung wird im Kanton Zürich nicht abgeschafft

Gymi-Prüfung wird im Kanton Zürich nicht abgeschafft

09.03.2026, 13:4809.03.2026, 13:48

Wer ins Gymnasium will, muss im Kanton Zürich weiterhin eine Prüfung bestehen. Dies hat der Kantonsrat am Montag entschieden. Er hat einen Vorstoss von SP, Grünen und AL abgelehnt, die dieses System in Frage stellten.

Vergangene Woche war es wieder soweit: Rund 9000 Schülerinnen und Schüler legten die Aufnahmeprüfung ins Lang- oder Kurzzeitgymi ab. 18'000 Väter und Mütter bibberten mit – und investierten zuvor einiges an Zeit oder Geld in die Prüfungsvorbereitung.

Für Sylvie Matter (SP, Zürich) ist dieser Aufwand unverhältnismässig gross. Sie hat zudem grosse Zweifel daran, dass die Prüfung als Selektionskriterium wirklich etwas taugt. Es sei erwiesen, dass jene Kinder, bei denen die Eltern einen Vorbereitungskurs finanzierten, eher ins Gymi kämen als jene ohne Unterstützung.

Kantonsratspraesidentin Sylvie Matter spricht im Kantonsrat, aufgenommen am Montag, 15. Mai 2023 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Sylvie Matter.Bild: KEYSTONE

So gehen in Schlieren beispielsweise nur 5,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler nach der Primarschule ins Gymi. In Küsnacht sind es hingegen 30,7 Prozent, in Uitikon gar 52 Prozent. «Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Prüfung nicht abgeschafft werden könnte.» Es gebe mehrere Kantone, die auf eine Aufnahmeprüfung verzichten würden, etwa Basel-Stadt oder Luzern.

Grüne: «Regelrechte Vorbereitungsindustrie»

In einem Postulat forderte sie von der Regierung deshalb eine Auslegeordnung über mögliche Folgen einer Prüfungsabschaffung. Grüne und AL unterstützten den Vorstoss. «Rund um diese Prüfung ist eine regelrechte Vorbereitungsindustrie entstanden», sagte Livia Knüsel (Grüne, Schlieren). Es stelle sich aber wirklich die Frage, ob es diese Prüfung noch brauche. «Es gibt ja auch noch eine Probezeit.»

Kathrin Wydler (Mitte, Wallisellen) lehnte den Vorstoss ab. Ohne Prüfung würde das Aufnahmeverfahren lediglich auf später verschoben, sagte sie. «Die Drop-Out-Quote wäre höher. Das ist aber nicht wünschenswert.» Die Prüfung hingegen sei ein bewährtes Instrument.

Die GLP war intern gespalten und beschloss Stimmfreigabe. Einer, der die Prüfungen beibehalten will, ist Benno Scherrer (Uster). Wer sich für eine Lehre entscheide, müsse ja auch Bewerbungen schreiben, Tests absolvieren und mit Absagen rechnen. «Etwas Ähnliches dürfen wir doch auch von jenen verlangen, die in ein Gymnasium gehen.»

FDP: «Nicht perfekt, aber ohne Alternative»

Die FDP findet das heutige System «zwar auch nicht perfekt», wie es Marc Bourgeois (Zürich) ausdrückte. «Aber wir sehen keine Alternative.» Bourgeois erinnerte zugleich daran, dass «nicht alle ins Gymi müssen».

Auch mit einer Lehre könne man alles erreichen. Als Beispiel nannte er UBS-Chef Sergio Ermotti, der keine Matura machte, sondern eine Banklehre absolvierte. Die Abschaffung der Gymiprüfung wurde schliesslich mit 96 Nein zu 72 Ja Stimmen abgelehnt. (sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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El_Chorche
09.03.2026 14:49registriert März 2021
Es gäbe auch Prüfungen, auf die man sich nicht vorbereiten kann, um die Eignung zu testen.
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Allwissend
09.03.2026 14:48registriert Januar 2020
Da würde ich vorher Vorbereitungskurse verbieten. Ins Gymi soll nur, wer es aus Eigeninitiative schafft. Ich würde behaupten, einige Jugendliche im Gymi wären in einer Lehre glücklicher. Wir haben zu viele Studenten, die Fächer studieren, welche sie nachher in die Arbeitslosigkeit treiben.
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